Der Schatz von Blankenstein

Der Vater weist den Wanderburschen ab. Foto: LRF/HAT

Der Vater weist den Wanderburschen ab. Foto: LRF/HAT

Es war vor vielen hundert Jahren, da hat sich ein junger Wanderbursche in den großen Wäldern um Blankenstein tüchtig verirrt. Er war froh, als er bei einbrechender Nacht in Sturm und Regen zu einem einsamen Bauernhofe kam. Aber der hartherzige Bauer wies ihn ab. Es half auch nichts, dass sein Töchterlein, ein Mädchen von 12 Jahren, ein gutes Wort für den Fremden einlegt. Er musste wieder in den Gewittersturm hinaus und verbrachte die Nacht in einem Gebüsch.

Der Wanderbursche sieht, wie der Vater den Schatz vergräbt. Foto: LRF

Der Wanderbursche sieht, wie der Vater den Schatz vergräbt. Foto: LRF/HAT

Gegen Mitternacht wurde er durch einen lauten Donnerschlag geweckt und beobachtete, dass der Bauer draußen beim Schein einer Laterne eine Kiste vergrub. Allerlei Beschwörungen und Anrufungen des Teufels begleiteten die unheimliche Handlung. Er verstand daraus, nur wer dem Bösen zur Geisterstunde an dieser Stelle einen Ziegenbock opfere, solle den Schatz heben können. Plötzlich ein Blitz, ein blaues Flämmchen über der Kiste – sinnlos vor Angst stürzte der Bursche fort und war schon über alle Berge, als die Sonne aufging.

Nach dem Tod des Vaters kommt der Wanderbursche zurück nach Blankenstein. Foto: LRF/HAT

Nach dem Tod des Vaters kommt der Wanderbursche zurück nach Blankenstein. Foto: LRF/HAT

Erst nach Jahren kam er nach Blankenstein zurück und wurde an dieses Abenteuer erinnert, als der Zufall ihn wieder auf den Bauernhof führte. Der Bauer war gestorben und die Tochter zu einer jungen Frau herangewachsen. Weinend erzählte sie, sie habe seit dem Tode des Vaters nichts als Unglück gehabt. Auch sei es den Leuten unheimlich auf dem Hofe, und niemand wolle bei ihr bleiben.

Mit Hilfe des Ziegenbockes gelingt es, den Schatz zu haben. Foto: LRF/HAT

Mit Hilfe des Ziegenbockes gelingt es, den Schatz zu haben. Foto: LRF/HAT

Der Fremde kannte wohl den heimlichen Grund dieses Unglücks. Wer Geld vergräbt, der kann nicht zur Ruhe gelangen, sondern muss bei seinem Schatze umgehen, bis dieser gehoben wird. Er versprach, dem Mädchen zu helfen, wenn sie ihm alles verschaffen wolle, was er brauche. Sie ging darauf ein, und schon zur nächsten Mitternacht standen beide mit einem Ziegenbock bereit. Das Tier wurde trotz heftigen Sträubens auf den Platz gestellt, wo der Schatz vergraben lag und war sogleich von unsichtbaren Händen in viele kleine Stücke zerrissen. So groß war die Wut des Teufels, dass er sich an Stelle der erhofften Seele mit einem Ziegenbock begnügen musste.

Die beiden konnten nun den Schatz ohne Mühe heben und wurden ein glückliches Paar. Der Bauernhof aber war seither von dem darauf lastenden Fluche befreit und wurde eins der schönsten Anwesen weit und breit.

  • Der 2. Hattinger Sagenwald des Heimatvereins Hattingen/Ruhr e.V. wurde mit freundlicher Unterstützung der AVU und dem Hof Nüfer realisiert und von Schülern Hattinger Schulen gestaltet. Herzlichen Dank!
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