Depot-Objekt des Monats Januar 2021

Schon sehr früh war der „Hof von Hattingen“ zusammen mit dem Kirchspiel und dem Dorf Hattingen der Standort eines Kornmarktes für Gerste und Hafer (aus klimatischen Gründen mangelte es an Brotgetreide). Ab 1580 regelte eine Marktordnung den Ablauf und Umfang des Kornmarktes in Hattingen.

Der Hattinger Scheffel. Foto: LRF/HAT

Der Hattinger Scheffel. Foto: LRF/HAT

Feldfrüchte wurden in Europa bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen oder Stückzahl bemessen. Beinahe jeder Ort hatte sein eigenes Maß für die Zehntleistungen (also die Abga-ben) an den Grundherrn und an die Kirche. Dieser Zustand blieb mehr oder weniger bestehen bis zur Einführung des metrischen Maßes 1871.

Die verschiedenen Feldfrüchte und Getreidesorten haben alle ein unterschiedliches Gewicht, das nach Größe oder Feuchtegehalt variiert. Für den Handel mit Getreide galt das sogenannte Streichmaß: das gefüllte Messgefäß wurde über der Oberkante glatt abgestrichen. Einzig für Hafer und Spelze wurde das gehäufte Maß (Haufenmaß) abgewandt. Hierbei wurde das Gefäß so lange angefüllt, bis der Hafer über den Rand rieselte.

Der im Museum Bügeleisenhaus verwahrte Hattinger Scheffel (auch Schaff, regional aber auch Schäffel, Simber, Sümber, Sümmer, Simmer genannt) stammt aus dem Jahr 1851 und maß 30 Kilo Weizen.

Übrigens: Wer sein „Licht unter den Scheffel stellt“, der macht etwas ziemlich unsinniges – denn dann sieht man das Licht der Flamme nicht. Die Redewendung stammt aus der Bibel und ermutigt, seine Talente und Fähigkeiten zu zeigen, statt sie zu verstecken (Matthäus 5:14).

Eingangsnummer: 2021/01-01
Hauptgruppe: Handwerk
Eingangsdatum: Altbestand
Objektbezeichnung: Scheffel
Angaben zum Vorbesitz: unbekannt
Art des Zugangs: unbekannt
Anschaffungspreis: unbekannt
Standort: Magazin/Raum 1
Datum/Bearbeiter: 31.12.2020/LRF

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