75 Jahre Möhne-Katastrophe: Hochwassermarke sollte wieder aufgestellt werden

Der zerstörte Damm der Möhne-Talsperre. Foto: The National Archives/AIR 20/4367

Der zerstörte Damm der Möhne-Talsperre. Foto: The National Archives/AIR 20/4367

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die 1908 bis 1913 erbaute, 40 Meter hohe und 650 Meter lange Staumauer der Möhne-Talsperre durch die „Operation Chastise“ (Züchtigung) der Royal Air Force zerstört. Im Ruhrtal zwischen Neheim und Essen verloren in Folge der Flutwelle 1.579 Menschen ihr Leben – in Hattingen, wo die zerstörerische Wucht der Welle erst abnahm, ertrank ein Helfer, als er ein Opfer retten wollte.

Die Hochwassermarke von 1966. Foto: Stadtarchiv Hattingen

Die Hochwassermarke von 1966. Foto: Stadtarchiv Hattingen

Seit 1966 erinnerte an der Bochumer Straße gegenüber Haus Wallbaum ein Gedenkstein, ausgeführt auf Beschluss des Wald- und Anlagenausschusses vom 9. November 1964 von der Hattinger Steinbildhauerei Uhlig, an den Stand des Ruhrhochwassers in den Jahren 1890, 1909 und 1943. Das Flussbett in der Umgebung von Haus Wallbaum war vor der Möhne-Katastrophe bei normalem Pegel 30 bis 35 Meter breit, nach Bruch des Staudammes hatte es sich jedoch bis zur Wuppertaler Straße in Winz-Baak auf fast 700 Meter Breite ausgedehnt.

Mit dem Neubau der Hattinger Ruhrbrücke von 1998 bis Juni 2002 verschwand die Hochwassermarke, an die sich viele Hattinger noch erinnern. Der Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V. regt zum 75. Jahrestag der Möhne-Katastrophe an, den derzeit bei der Stadt eingelagerten Hochwasserstein in Flussnähe im Gewerbe- und Landschaftspark Heinrichshütte auf gleichem Höhenniveau wieder aufzustellen, um so an die tragische Gewalt der Ruhr 1890 (höchster gemessener Wasserstand), 1909 und 1943 zu erinnern. An ihren angestammten Platz kann die Marke nicht zurückkehren, da durch den Bau des Brückendamms am Wallbaum das Bodenniveau gravierend verändert wurde.

Der Vorstand des Heimatvereins wird seinen Vorschlag zeitnah mit Bürgermeister Dirk Glaser besprechen.

17. Mai 1943: Blick von der Ruhrbrücke zur Henrichshütte mit der früheren Gewehrfabrik, in der 1941 die ersten Hattinger Juden ghettoisiert wurden, und dem Haus Stolle(rechts). Foto: Sammlung Wojahn

17. Mai 1943: Blick von der Ruhrbrücke zur Henrichshütte mit der früheren Gewehrfabrik, in der 1941 die ersten Hattinger Juden ghettoisiert wurden, und dem Haus Stolle(rechts). Foto: Sammlung Wojahn

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