Museumskonzept

Wer wird sind.

Das Museum im Bügeleisenhaus dokumentiert durch seine Dauerausstellung Teilaspekte der Geschichte der Stadt Hattingen und hat sich der zielgerichteten Sammlung von lokalem Kulturgut im Jetzt sowie dessen Bewahrung und Archivierung für die Zukunft verpflichtet. Das Museum im Bügeleisenhaus vermittelt den Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hattingen sowie den Besuchern der Region kulturelle und geschichtliche Zusammenhänge.

Heimat des Museums ist ein über 400 Jahre altes Fachwerkhaus, das zentral am Haldenplatz 1 im Herzen der Hattinger Altstadt liegt. Mit seiner eigenwilligen Form und seinem markanten Giebel zum „Platz am Bügeleisenhaus“ zählt das Gebäude zu den bekanntesten Fachwerkbauten der Stadt Hattingen. Die Optik und die historische Raumaufteilung entsprechen bis heute weitgehend derjenigen eines Wohn- und Geschäftshauses. Nicht zuletzt ist das Gebäude aus dem Jahr 1611 selbst als herausragendes Exponat zu werten.

Das Museum im Bügeleisenhaus ist das älteste, von einem gemeinnützigen Verein geführte Museum der Stadt Hattingen. In Trägerschaft des Heimatvereins Hattingen/Ruhr e.V. öffnet das Museum jährlich zwischen Ostern und dem zweiten Adventswochenende samstags, sonntags und an allen Feiertagen. Ehrenamtlich tätige Mitglieder des Heimatvereins sichern als Kassen- und Aufsichtspersonal die verlässlichen Öffnungszeiten von 15.00 bis 18.00 Uhr. Für erwachsene Besucher wird Eintritt erhoben, Ermäßigungen und freie Eintritte werden angeboten.

Was wir machen.

Die Schwerpunkte einer kontinuierlichen Präsentation der Sammlungsbestände des Museums im Bügeleisenhaus im Rahmen der Dauerausstellung sind:

  • Die Präsentation der archäologischen Ausgrabungsfunde von der Burg Isenberg (Neuaufstellung 2017).
  • Die Darstellung der Baugeschichte des Hauses Haldenplatz 1 und die Dokumentation des Lebens seiner Bewohner (jährliche Erweiterung und Überarbeitung seit 2013).

Erweitert wird die Dauerausstellung des Museums im Bügeleisenhaus durch die Präsentation der Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hattingen (ab 2018) und der hansischen Geschichte der Stadt Hattingen (ab 2020).

Jährlich wechselnde Sonderausstellungen auf Basis eigener Konzepte, Recherche und Inszenierung sind das wesentliche lokale Aushängeschild des Museums im Bügeleisenhaus. In den vergangenen Jahren zeigte das Museum Ausstellungen zu den Themen

  • Steinzeit in Hattingen (2012)
  • Touristische Souvenirs aus Hattingen (2013)
  • Jüdisches Leben der Gegenwart in Hattingen (2013)
  • Private Sammlerschätze (2014 und 2017)
  • Kriegs- und Kriegerdenkmäler (2014)
  • Bergbau, Luftschutz und Versorgung (2015)
  • Fachwerk (2016)

Eine gute Vernetzung mit lokalen Trägern der schulischen und außerschulischen Bildung, Führungen für Kindergärten und Grundschulklassen, Workshops für Schüler der weiterführenden Schulen, Kreativangebote wie Schreibwerkstätten und Bastelaktionen sowie der alle zwei Jahre kreisweit ausgelobte Schreibwettbewerbe für Schüler der weiterführenden Schulen (seit 2017) runden das Angebot des Heimatvereins zur lokalen Verankerung des Museums ab.

Zu den magazinierten Sammlungen des Museums im Bügeleisenhaus zählen die bisher wissenschaftlich nicht ausgewerteten Grabungsfunde der Burg Altendorf in Essen (2017 in Teilen ausgestellt), der in den 1960er Jahren für die nicht realisierte Otto Wohlgemuth-Stiftung bestimmte künstlerische Nachlass des Malers und Dichters (Sonderausstellung 1999), der literarische Nachlass des Mundartdichters Heinrich Schöber (als Depositum seit 2017 im Stadtarchiv Hattingen) sowie Nachlassfragmente des Dichters Dr. Ferdinand Krüger und der Grafikerin Hildegard Schieb (Sonderausstellung 1999). Zudem befinden sich rund 15.000 Objekte im Magazin des Museums, die zwischen 1969 und 1989 in der Ruine der Hattinger Isenburg ausgegraben wurden.

Aus den Sammlungsbeständen des Museums im Bügeleisenhaus stellt der Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V. regelmäßig Leihgaben zur Verfügung:

  • für die Dauerausstellung zur Burggeschichte im Museum Isenburg Hattingen (seit 1996)
  • für die Dauerausstellung zur Geschichte des Ruhrgebiets im RuhrMuseum Essen (seit 2008)
  • für die Landesausstellung „Auf.Ruhr 1225“ im LWL Museum für Archäologie in Herne (2010)
  • für die Sonderausstellung „Stahl und Moral“ des LWL Industriemuseums Heinrichshütte (2014)
  • für die Wanderausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (2016/2017)
  • für die Wanderausstellung „90 Jahre Ennepe Ruhr Kreis“ (2018/2019)

Woher wir kommen.

Das heutige Museum, das sich im 1955 vom Heimatverein erworbenen „Bügeleisenhaus“ befindet, geht auf das am 17. Oktober 1962 eröffnete „Heimathaus“ mit seinen ostdeutschen Heimatstuben zurück. Um nicht mit dem Arbeitsbereich des 1932 eröffneten und bis zur Schließung 1990 ebenfalls vom Heimatverein Hattingen geführten geschichtlichen Heimatmuseum im Alten Rathaus zu konkurrieren, stellte der 1921 gegründete Verein das durchsanierte Fachwerkhaus zunächst Ostflüchtlingen und Heimatvertriebenen zur „heimatgebundenen Kulturpflege“ zur Verfügung. So entstand zur ostdeutschen Kulturpflege eine Wappenhalle mit ostdeutschen Wappen, ein Danzig-Zimmer mit Werken von Paul Kreisel (1891-1982) und eine Heimatstube der Siebenbürger Sachsen. Zur westfälischen Kulturpflege wurde die Dichterstube zur Erinnerung an die Heimatdichter Otto Wohlgemuth, Dr. Ferdinand Krüger und Heinrich Schöber eingerichtet. Ab Mitte der 1970er Jahre erfolgte aus demographischen Gründen eine Veränderung der Ausstellungsschwerpunkte: Ausgrabungsfunde der Hattinger Isenburg wurden ausgestellt und ein Lapidarium mit Grabsteinen und Baufragmenten der St. Georgs-Kirche eingerichtet. Unter den Heimatvereins-Vorsitzenden Petra Kamburg, Reinhard Fehling und Lars Friedrich erfolgt seit 1997 schrittweise die Neuausrichtung des Museums.

Wie wir es machen.

Die jährlich mehr als 70 Öffnungstage des Museums werden durch ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder realisiert. Neuanschaffungen werden durch Eintrittsgelder des Museums, durch Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder, durch Spenden und das Sponsoring durch lokale Partner wie der Sparkasse Hattingen, der Stadtwerke Hattingen, der Hattinger Wohnungsbaugenossenschaft hwg oder regionale Partner wie der AVU ermöglicht. Jährlich gibt das Museum im Bügeleisenhaus einen Spendenbutton heraus, der von einem heimischen Künstler gestaltet und für 2 Euro im Museumshop angeboten wird. Alle Erlöse aus Buch- und Souvenirverkauf werden für Sanierungsmaßnahmen am Gebäude oder Anschaffungen für die Ausstellungen verwendet.

 

Lars Friedrich
Hattingen/Ruhr im Dezember 2017

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