Heimat-Spuren in Hattingen

Was erinnert heute in Hattingen an die Flucht und Vertreibung der Nachkriegsjahre? Während es in vielen umliegenden Gemeinden offizielle Gedenksteine gibt, sind in Hattingen nur wenige Spuren zu finden.

Der Fries im Foyer der Realschule Grünstraße. Fotos: Lars Friedrich

Der Fries im Foyer der Realschule Grünstraße. Fotos: Lars Friedrich

Seit 1972 (!) befindet sich im Foyer der Realschule Grünstraße ein künstlerisch gestaltetes Fries, das insgesamt 47 Orte aufzählt, aus denen Flüchtlinge und Vertriebene nach Hattingen gekommen sind – darunter 29 Orte in der damaligen DDR, 16 in Polen und 2 in Russland: Rostock, Parchim, Güstrow, Malchin, Wismar, Schwerin, Neubrandenburg, Wittenberg, Halle, Magdeburg, Dessau, Torgau, Leipzig, Dresden, Eisennach, Erfurt, Weimar, Gotha, Berlin, Küstin, Cottbus, Frankfurt, Potsdam, Guben, Stettin, Rügen, Stralsund, Pasewalk, Anklam, Belgard (Białogard /Polen), Kolberg (Kołobrzeg/Polen), Stolp (Słupsk/Polen), Schneidemühl (Piła/Polen), Flatow (Złotów/Polen), Krone (Wałcz/Polen), Thorn (Toruń/Polen), Bromberg (Bydgoszcz/Polen), Posen (Poznań/Polen), Glogau (Głogów/Polen), Oppeln (Opole/Polen), Ratibor (Racibórz/Polen), Gleiwitz (Gliwice/Polen), Beuthen (Bytom/Polen), Memel (Klaipėda/Litauen), Königsberg (Kaliningrad/Russland), Marienburg (Malbork/Polen), Tilsit (Sowetsk/Russland).

Fotos: Lars Friedrich

Fotos: Lars Friedrich

In dem weitgehend für Flüchtlinge und Vertriebene entstandenen Hattinger Stadtteil Rauendahl erinnern sechs Straßennamen an deren frühere Heimat in Berlin (1948 bis 1990 geteilt), Weimar und Jena (1949 bis 1990 DDR), Stettin (Szczecin/seit 1945 Polen), Breslau (Wrocław/seit 1945 Polen) und Königsberg (Kaliningrad/seit 1945 russische Exklave in Polen). Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Welper entwickeln derzeit Zusatzschilder, die eine Einordnung der Straßenschilder in den geschichtlichen Kontext ermögliche.

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