Eingangsbereich

Im Eingangsbereich des Museums erzählen wir die Geschichte des Hauses von 1611 bis heute. Foto: Lars Friedrich / Hattingen

Im Eingangsbereich des Museums erzählen wir die Geschichte des Hauses von 1611 bis heute. Foto: Lars Friedrich / Hattingen

Die Geschichte des Hauses Haldenplatz 1

Rekonstruktion Baubestand 1611. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Fred Kaspar.

Rekonstruktion Baubestand 1611. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Fred Kaspar.

1611
Fertigstellung des Hauses durch Wilhelm Elling.
1766
Der Gärtner Johann Diederich Schulte erbt das Haus mit der Ordnungsnummer 60.
1808
Maria Elisabeth Schulte erbt das Haus.
1833
Tuchfabrikant Friedrich Wilhelm Höfken ersteigert das Haus für 555 Rheinische Thaler.
1836
Friedrich Wilhelm Höfken stirbt und vererbt das Haus seinem Vater Jonas Höfken sen.
1838
Jonas Höfken sen. stirbt, das Haus wird öffentlich zum Verkauf angeboten.
Wilhelmine Hochstrate erwirbt das Wohnhaus nebst Güllegrube für 650 Rheinische Thaler.
Wilhelmine Hochstraße überträgt das Haus dem Tuchweber Franz Sindern.

Rekonstruktion Baubestand nach 1700. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Fred Kaspar.

Rekonstruktion Baubestand nach 1700. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Fred Kaspar.

1851
Das Haus hat die Ordnungsnummer 340 bekommen.
1856
Metzger Salomon Schmidt und seine Frau Sybilla Cohen, Witwe des Handelsmannes Gumpertz, erwerben das Haus
1874
Nobert Kahn übernimmt die Metzgerei von seinem Schwiegervater Salomon Schmidt.
1886
Die Zwillinge Selma und Johanna Cahn werden im Haus geboren.
1905
Das Haus bekommt die Ordnungsnummer 1.

 

Dokumentation Baubestand 1947 nach Wolfgang Rauh. Mit freundlicher Genehmigung der Erben.

Dokumentation Baubestand 1947 nach Wolfgang Rauh. Mit freundlicher Genehmigung der Erben.

1907
Nathan Cahn erwirbt die Häuser Bruchstraße 5 und Wasserstraße 2 und verlegt Metzgerei und Wohnsitz dorthin. Das Haus am Haldenplatz wird als Mietshaus genutzt.
1909
Provinzialkonservator Ludorff beschreibt das Haus als erhaltenswertes Renaissancefachwerkhaus.
1910
Karl Cahn (damalige Schreibweise Karl Kahn) führt mit seiner Frau die „Rind- und Schweine-Metzgerei mit elektrischem Betrieb“ weiter.
1937
Die im Januar in Kraft getretene Ortssatzung weist u.a. den Haldenplatz als geschichtlich und künstlerisch bedeutsam aus und stuft neben der St. Georgs-Kirche, dem alten Rathaus und dem Haus Kleine Weilstraße 2 auch das Haus Haldenplatz 1 als besonders ein.
1938
Direkt nach der Reichspogromnacht führt der Vorstand des Heimatvereins über die Deutsche Arbeitsfront Verhandlungen mit Amalie Abraham zur Übernahme des Hauses.
Im Oktober wird die Metzgerei Kahn arisiert; Wilhelm Stratmann übernimmt das Geschäft und führt es als „Metzgerei Stratmann“ bis zum Abbruch des Hauses im Rahmen der Flächensanierung 1970 weiter.
1939
Vorsitzender Karl Baeck und Schriftführer Hugo Niermann bitten für den Vorstand des Heimatvereins die NSDAP-Ortsgruppe Hattingen um Unterstützung, das Haus zu arisieren und in Vereinsbesitz zu überführen.
1940
Amalie Cahn überträgt das Haus testamentarisch an ihre Tochter Selma Abraham. Amalie Cahn stirbt und wird neben ihrem Mann Nathan auf dem jüdischen Friedhof an der Blankensteiner Straße in Hattingen beigesetzt.
1942
Das Finanzamt Hattingen übernimmt die Verwaltung des Hauses und das Deutsche Reich wird im Grundbuch eingetragen.
1945
Im Dezember werden Flüchtlinge in das kaum kriegszerstörte Haus eingewiesen; zeitweise leben dort bis zu sieben Familien.
1949
Die Hausverwaltung wird dem Kreisbeauftragten für gesperrte Vermögen beim Finanzamt des Landes NRW in Hagen übertragen.
1953
Wolfgang Rauh als zweiter Vorsitzender des Heimatvereins nimmt mit der Jewish Trust Corporation for Germany, der jüdischen Treuhand zur Rückerstattung des während der nationalsozialistischen Diktatur enteigneten jüdischen Vermögens, Kontakt auf, um das Haus in Vereinsbesitz zu überführen.
1954
Landesdenkmalamt und Heimatverein vereinbaren ein 24-Punkte-Programm als Richtlinie für die Restaurierung des Hauses.
1955
Der Heimatverein Hattingen wird für einen Kaufpreis von 2.000 DM Eigentümer des Hauses
1956
Unter der Bauleitung von Architekt Erich Kley beginnen die Sanierungsarbeiten mit Abbruch des Stalls, Entfernung der Verschieferung und Versetzung der Riegelhölzer.
1959
Der Verein lässt das Haus als denkmalswert im Grundbuch eintragen.
1960
Schadhafte Zimmerwände im Haus werden erneuert und der Lehmputz wird abgeschlagen. Dabei kommt der Giebel von 1611 zum Vorschein.
1961
Das Haus bekommt eine handgearbeitete eichene Doppeltür, die Bauer Schulz aus Oberstüter dem Verein verkauft.
Otto Wohlgemuth zieht in das Haus.
1962
Einweihung des Heimathauses und Eröffnung der ostdeutschen Heimatstuben.
1963
Siebenbürgische Volkskunstausstellung im Haus.
1965
Otto Wohlgemuth stirbt im Haus
1970/1971
Nach einjähriger Sanierung wird das Haus wiedereröffnet: in der Eingangshalle hängen die ostdeutschen Wappentafeln, der erste Raum links ist der Stadt Danzig gewidmet, im Obergeschoss ist die von Hildegard Schieb betreute Heimatstube der Siebenbürger Sachsens, in den Räumen über dem Keller wird der Nachlass von Otto Wohlgemuth und Ferdinand Krüger verwahrt.

Schauseite 1980

Dokumentation Baubestand 1980. Archiv des Heimatvereins Hattingen/Ruhr

Um 1970
Die Schnitzereien am Haus werden farbig gefasst
1974
Bei der Neupflasterung des Haldenplatzes wird der Hausbrunnen freigelegt.
1975
Der Brunnen wird im Inneren freigelegt und aufgemauert.
1982
Mit der Ordnungsnummer A-073 wird das Haus in die Denkmalliste der Stadt Hattingen aufgenommen.
1987
Querbalken und Verstrebungen im unteren Teil der Giebelseite müssen erneuert werden.
1993
Drei Gefache samt Balken an der Giebelseite werden herausgenommen und durch neue ersetzt.
1997
Sanierung von Balken und Gefachen im Erdgeschoss der Giebelseite.
1998
Ausstellungen über die Geschichte der Bahnhofstraße.
1999
Ausstellung über Otto Wohlgemuth und Hildegard Schieb.
2001
Übertragung der Sammlungsbestände der Siebenbürgen-Stube in das Siebenbürgen Museum Drabenderhöhe.
2002
Sicherung des Gewölbekellers
2005
Gunter Demnig verlegt vor dem Haus einen Stolperstein für Selma Abraham.
2005
Die zu fast 70% geschädigte Stockwerksschwelle der Giebelseite wird ausgetauscht und der Giebel wird mit einer abgestuften Deckelschalung in Anlehnung an die einstige Fassadenbeplankung verkleidet.
2008
Der letzte Mieter zieht aus.
2013
Der Schwellbalken unterhalb des Ladenfensters wird ausgetauscht.
2014
60 gesprungene Fensterscheiben werden erneuert.
2015
Der Schwellbalken rechts der Eingangstür wird ausgetauscht und die darüber liegenden Gefache werden neu aufgemauert.
2016
Erneuerung der Kellerfenster und Neugestaltung des Vorplatzes mit Darstellung des Stallanbaues im Pflaster.

 

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: