Freibeuter Dirk aus Hattingen

Symbolbild

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Die Geschichtsschreibung weiß über Herzog Albrecht Friedrich von Preußen zu berichten, dass er wohl in völliger geistiger Verwirrtheit am 27. August 1618 auf der ostpreußischen Burg Fischhausen (heute: Primorsk), 30 Kilometer westlich von Königsberg (heute: Kaliningrad) starb. Der Herzog war seit 1573 mit Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg, der Tochter von Wilhelm dem Reichen und Maria von Habsburg, vermählt. Das Paar hatte sieben Kinder; da jedoch bei Albrecht Friedrichs Tod kein männlicher Erbe mehr lebte, fiel das Herzogtum Preussen an die brandenburgische Linie der Hohenzollern.

Lokal eher von untergeordneter Bedeutung, spielt der samländische Herzog jedoch in der Hattinger Hansegeschichte eine kleine Rolle: Am 12. Dezember 1570 wandte er sich schriftlich an die Hansestadt Danzig und dakumentiert so die Existenz eines echten Piraten aus Hattingen! Albrecht Friedrich wollte von den Danzigern wissen, ob ein gewisser Dirk von Hattingen ein Freibeuter Danzigs sei, ob Bartel Dran sein Kapitän wäre und ob Dirk eine Bestallung (Ernennung/Zulassung) der Stadt Hattingen bei sich habe?

Im neuen Jahr, 1571, erfolgt die Antwort der Danziger: Dirk von Hattingen sei wohl ein Untergebener des polnischen Freibeuterkapitäns Jorgen Dran, habe jedoch nichts mit Danzig zu tun und schon gar nicht im Auftrag der hansestadt auf Kaperfahrt. Danach verliert sich leider die Spur des Piraten Dirk von Hattingen.

Bis zur Sonderausstellung „Hattingen handelt: Kaufleute von der Ruhr in den Hansestädten der Welt“ vom 24. April bis 6. Dezember 2020 im Museum im Bügeleisenhaus will der Heimatverein jedoch weitere Fakten zum Hattinger Freibeuter im Ostseeraum zusammentragen.

 

Quelle: Inventare Hansischer Archive des 16. Jahrhunderts (1913), Band 3: Danzig

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