Hansetag 2020

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und so freut sich Hattingen bereits jetzt auf das Jahr 2020, wenn die Stadt an der Ruhr den 37. Westfälischen Hansetag ausrichten wird – mit einem zweitägigen Hansemarkt und einem Delegiertentreffen der Vertreter der westfälischen Hansestädte. Was nur wenige wissen: Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte Hattingen der Städtehanse an und deshalb hatte sich unsere Stadt bereits im Februar 2012 für diese Großveranstaltung beworben. Mehr zum Hansetag am 15. und 16. August 2020 in Hattingen:
Ideenpapier des Heimatvereins Hattingen zum Hansetag 2020 (*.pdf)
Aktuelle Aktionen des Heimatvereins zum Hansetag 2020
Die Hanse-Fahrt von Hanse-Bruder Hannes aus Hattingen
Fakten zur Hattinger Hanse-Historie

Bürgermeister Dirk Glaser (links) und HATTINGEN MARKETING-Geschäftsführer Georg Hartmann mit dem historisch gewandeten Promo-Team aus Hattingen beim Weseler Hansetag. Foto: Lars Friedrich

Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser (links) und HATTINGEN MARKETING-Geschäftsführer Georg Hartmann mit dem historisch gewandeten Promo-Team aus Hattingen beim Weseler Hansetag 2016. Foto: Lars Friedrich

HH, HB, HL, HRO, HST – Hamburg, Bremen, Lübeck, Rostock und Stralsund sind die Hansestädte, die heute jeder kennt. Doch kaum jemand weiß, dass es Kaufleute aus Westfalen waren, die auf ihren Handelszügen die in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründete Stadt Lübeck besiedelten und von dort über Riga und Nowgorod als Pioniere den russischen Handelsraum erschlossen. In ihrer Blütezeit waren fast 200 Städte in der Hanse (althochdeutsch: Hansa = Gruppe, Gemeinschaft) locker zusammengeschlossen.

Kein großes Licht in der Hansepolitik

Das Westfälische Quartier der Hanse 1556 - 1621. Quelle: LWL verändert nach Gurk 2000

Das Westfälische Quartier der Hanse 1556 – 1621. Quelle: LWL verändert nach Gurk 2000

Das „Artlenburger Privileg“, von Heinrich dem Löwen im Oktober 1161 anlässlich eines Landtages auf der Ertheneburg in Artlenburg
ausgestellt, um niederdeutsche Kaufleute (Lübeck) und Gotländische
Konkurrenten (Visby) zu befrieden, kann laut Historikern als Ursprung
der Kaufmannshanse gelten*. „Seit wann Hattingen dem Hansebund angehörte, lässt sich aus den bisher bekannten spärlichen Quellen nicht genau ermitteln“, weiß Stadtarchiv Thomas Weiß. Er hat für den Menüpunkt „Hansestadt Hattingen“ auf der Stadthomepage recherchiert: Erste Hinweise auf eine Zugehörigkeit gehen bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück und auch wenn Hattingen keine herausragende Rolle in der großen Hansepolitik spielte, dürfte man erheblich von den hervorragenden Kontakten der Hanse zu den bedeutenden europäischen Wirtschaftszentren profitiert haben.

Ab dem 15. Jahrhundert sind Kaufleute aus Hattingen und Blankenstein unter anderem in Lübeck, Danzig, Reval, Riga, Stockholm, Prag und Antwerpen zu finden. Markus Wieneke, Mitarbeiter der Geographische Kommission für Westfalen, hat zur Rolle Westfalens zur Zeit der Hanse geforscht: „In Westfalen war Dortmund lange Zeit die hansische Hauptstadt, bevor ab 1450 dieser Rang an das rheinländische Köln überging. Daneben standen Soest als älteste Stadt sowie Münster und Osnabrück als wichtigste Zentren, denen wiederum weitere Kategorien von Städten untergeordnet waren.“

Wenngleich viele der westfälischen Bündnismitglieder nicht die Bedeutung der großen Handelszentren an den Küsten besaßen, so hatte Westfalen mit rund 80 der Hanse zugehörigen Städten als Region großen Einfluss auf wirtschaftspolitische Entscheidungen. Dies wird auch in der Mittelalter-Triologie von Jan Zweier deutlich, deren Band 1 „Das Haus der grauen Mönche“ in der Hansestadt Hattingen spielt.

Hinweistafel schon 1589 angebracht

Schon 1589 soll an der Hattinger Stadtmauer eine Inschrift angebracht worden sein, worin Hattingen eine Hansestadt genannt wird. 1988 wurde erneut eine Gedenktafel an der restaurierten Stadtmauer befestigt, die bis heute an die hansische Vergangenheit erinnert. Der Beitritt der Stadt Hattingen zum Westfälischen Hansebund (seit 2017 „Westfälische Hanse„) im Jahre 1996 setzte diese Tradition fort und seit dem 6. Juni 2015 gehört Hattingen – ebenso wie Boston in Lincolnshire (England) – sogar zur Internationalen Hanse. Übrigens: Die hansische Geschichte der Stadt Hattingen hat nichts mit der Ruhrschifffahrt zu tun – diese begann um 1780 mit dem Bau des Treidelpfades für die Verschiffung von Steinkohle, Salz aus Königsborn, Getreide und anderer Güter aus dem Ruhrtal. Der letzte Hansetag der historischen Städtehanse fand jedoch über 100 Jahre früher statt – 1669 in Lüneck.

#HAThatHANSE

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