Depot-Objekt des Monats September 2019

Das Depot-Objekt des Monats ist ein Schusterfuß.

Zwei Schusterfüße aus dem Depot des Museums Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Zwei Schusterfüße aus dem Depot des Museums Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Bis in das 18. Jahrhundert hinein war die Tätigkeit des Schuhmachers mit der Lederherstellung verbunden. Die Einführung der Nähmaschine Mitte des 19. Jahrhunderts erleichterte die handwerkliche Arbeit, doch schon um 1870 konnten nur noch wenige Schuhmacher von ihrem Handwerk leben. Die industrielle Schuhproduktion verdrängte die Kleinbetriebe. Die Möglichkeit, heute noch Schuhmacherhandwerk auszuüben, beschränkt sich auf Spezialgebiete, in denen Maßanfertigung notwendig ist, wie bei den Orthopädie- und Ballettschuhmachern. Der heute bei Schustern übliche Reparaturdienst, wurde zu früheren Zeiten von den rangniederen „Schuh-Flickern“ geleistet.

Da Leder in der Vergangenheit Hauptbestandteil eines Schuhs war, fanden sich bei Schuhmachern viele Werkzeuge zur Lederverarbeitung, die auch ein Gerber nutzte. Weitere Rohstoffe waren Holz (z.B. für Formmodelle, also die Leisten) und seit dem 19. Jahrhundert auch Gummi für die Besohlung.

Spezielle Werkzeuge und Hilfsmittel sind insbesondere der Werktisch und die zahlreichen Halterungsgeräte wie der Dreifuß oder Schusterfuß, der aus- wechselbare Teksfuß, und natürlich, lange vor der allgemeinen Elektrifizierung, die Schusterkugel zur Verbesserung des Arbeitslichts.

Unser Depot-Objekt des Monats ist ein Dreifuß oder Schusterfuß aus Gusseisen mit Amboss-Funktion – drei rechtwinklig angeordnete Eisenleisten unterschiedlicher Form, über die Schuhwerk zum Bearbeiten gestülpt und genagelt werden konnte.

Eingangsnummer: 2019/005
Hauptgruppe: Werkzeug
Eingangsdatum: 2019
Objektbezeichnung: Dreifuß
Kurzbeschreibung: Eisenleiste für Schuster
Angaben zum Vorbesitz: –
Art des Zugangs: Schenkung
Anschaffungspreis: entfällt
Standort: Depot
Datum/Bearbeiter: 29.08.2019/LRF

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