Depot-Objekt des Monats Oktober 2020

Was für ein Brocken: Unser Museumsobjekt des Monats ist ein Stück Kohle und erinnert an den Bergbau in der Hattinger Region.

Mächtig viel Kohle. Unser Objekt des Monats Oktober 2020. Foto: LRF/HAT

Mächtig viel Kohle. Unser Objekt des Monats Oktober 2020. Foto: LRF/HAT

Mehr als 270 registrierte (Klein)-Zechen sind auf Hattinger Gebiet von den Anfängen des Ruhrbergbaus bis Mitte der 1970er Jahre registriert worden – von der Verleihung der Zeche Hülsiepenbank im Wodantal anno 1684 bis zum Aus von Glücksstern II in Stüter, der letzten Kleinzeche, die im Jahre 1972 stillgelegt wurde. Das Landesoberbergamt hat 2017 die Anzahl der verlassenen Tagesöffnungen im Stadtgebiet mit 1.095 angegeben – 918 Schächte, also senkrecht in den Berg getrieben, und 177 Stollen, waagerecht oder leicht ansteigend in den Berg getrieben. Ein Großteil der Tagesöffnungen ist dabei wohl der Nachkriegszeit geschuldet: Man brauchte Kohle als Heizmaterial.

Die größte Hattinger Nachkriegszeche, das von 1939 bis 1965 betriebene Steinkohlebergwerk Aurora in Holthausen, gab in Spitzenzeiten fast 300 Menschen Arbeit. Und eine Statistik aus dem Jahre 1910 besagt, dass damals auf den 17 Bergwerken des Bergreviers Hattingen rund 12.000 Belegschaftsangehörige gezählt wurden – macht im Schnitt gut 700 Beschäftigte pro Zeche.

Doch trotz dieser ‘zigtausende Bergleute mangelt es in Hattingen an erkennbaren Spuren der Bergbau-Epoche. Nur Tagesbrüche wie jener 1967, als sich auf dem Sportplatz in Niederwenigern während eines Fußballspiels die Erde auftat, oder der 1970 in Winz, als knapp hinter einem Bus die Straße 25 Meter tief aufriss, erinnern daran, dass auch Hattingen eine Untertage-Vergangenheit hat. 

 

Eingangsnummer: 2020/10-01
Hauptgruppe: Zeitgeschichte
Eingangsdatum: Mai 2018
Objektbezeichnung: Kohle
Angaben zum Vorbesitz: unbekannt
Art des Zugangs:  Schenkung
Anschaffungspreis: entfällt
Standort: Magazin/Raum 1
Datum/Bearbeiter: 01.10.2020/LRF

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