Bye bye Plastiktüte! Das Ende des Studentenkühlschranks

Sie war fast sieben Jahrzehnte ein nützlicher Helfer, doch jetzt ist Schluss: Deutschland sagt Bye bye zur Einweg-Plastiktüte und wir bringen den ausgemusterten Werbeträger mit Kult-Status in unser Museum.

Foto: LRF/HVH

Foto: LRF/HVH

Weil es anlässlich des 37. Westfälischen Hansetages im Jahr 2020 im Museum Bügeleisenhaus um das Thema Handel geht, setzt der Heimatverein dem „Studentenkühlschrank“ mit einer partizipativen Sonderausstellung ein kleines Denkmal.

Ein Wegwerfartikel mit Kult-Status

Einweg-Plastiktüten sind ein klassisches Wegwerfprodukt. 20 bis 25 Minuten – länger wird so eine Tüte in der Regel nicht genutzt, weiß das Bundesumweltministerium und stellt klar: Das ist Verschwendung von Ressourcen, denn für eine herkömmliche ca. 20 Gramm schwere Plastiktüte werden 40 Gramm Erdöl benötigt. Selbstbedienungsläden und Supermärkten verdrängten ab den 1950er Jahren nicht nur die Tante Emma-Länden, sondern auch bis dahin genutzte Papiertüten. 1961 wurde die ersten serienmäßig hergestellten Plastiktüten (Plastebeutel im Sprachgebrauch der DDR) in der Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses in Neuss gesichtet. Und weil dieses „Sackerl“ an ein Unterhemd erinnerte, bekam es passend den Namen „Hemdchen-Tragetasche“.

Inbegriff von Ressourcenverschwendung

Die deutschen Verbraucher konnten sich mit der Hemdchen-Version nie richtig anfreunden. Ab 1965 kam die Reiterbandtragetasche in Mode, die als erste „richtige“ Tragetasche gilt. Die nächste Generation folgte Mitte der 1970er Jahre mit der DKT, die Doppelkrafttragetasche:  ein kleines Stückchen Plastik wurde zur Verstärkung im Griffbereich eingeschweißt und machte die Tüte so belastbarer. Heute verbrauchen wir hierzulande rund 3.000 Plastiktüten pro Minute – das soll sich jetzt mit dem ab Mitte des Jahres greifenden Verbots der Einweg-Plastiktüte ändern.

Jetzt sind Sie dran: Her mit der Tüte!

Haben Sie Plastiktüten daheim, die aus Hattingen und der Umgebung stammen – von Karstadt, Hertie oder M&B? Dann ab mit dem problembeladenen Objekt der Alltagskultur ins Museum Bügeleisenhaus: Für eine Sonderausstellung im kommenden Jahr sucht der Heimatverein Hattingen/Ruhr noch Plastiktüten von der Ruhr. Kontak: Mail an info@buegeleisenhaus.de oder WhatsApp-Nachricht mit Foto von der Tüte an 0175/4194195.

Linktipp: Kunst an der Tüte
Ausstellungstipp: Adieu Plastiktüte

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