Herzlichen Glückwunsch, Marie-Luise Marjan

Herzlichen Glückwunsch, liebe Marie-Luise Marjan! Am heutigen Sonntag, 9. August 2020, feiert die in Hattingen aufgewachsene Bühnen- und TV-Schauspielerin ihren 80. Geburtstag.

Marie-Luise Marjan am Vorabend ihres 80. Geburtstages im Museum Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Marie-Luise Marjan am Vorabend ihres 80. Geburtstages im Museum Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Am Vorabend dieses Ehrentages besuchte sie mit Familienangehörigen und Freunden ganz privat das Museum Bügeleisenhaus und erzählte in der aktuellen Sonderausstellung „Marie-Luise Marjan: Mutter Beimers Hattinger Wurzeln“ zahlreiche Anekdoten aus ihrer Schulzeit an der Ruhr und ihrer Karriere auf internationalen Bühnen, in vielbeachteten TV-Produktionen und natürlich aus der Rolle ihres Lebens, der „Mutter Beimer“ aus dem ARD-Dauerbrenner „Lindenstraße“.

Marie-Luise Marjan kommt am Sonntag, 9. August 1940, als Marlies Wienkötter im Elisabeth-Kranken-haus in Essen zu Welt. Ihre leibliche Mutter, Hildegard Wienkötter, ist erst 19 Jahre alt und gibt das Mädchen gleich nach der Geburt in ein Essener Waisenhaus. Ihr Vater, Luftwaffen-Oberfeldwebel Anton Offner, stürzt am 11. Februar 1943 mit 27 Jahren über der Nordsee ab – wohl ohne von seiner unehe-lichen Tochter zu wissen.

Bomben auf Essen

Bei einem schwerer Bombenangriff auf Essen wird das Waisenhaus in den ersten Kriegsjahren zerstört, so dass die Stadt das Erholungsheim der Goldschmidt AG im Hattinger Ortsteil Bredenscheid über-nimmt, um dort 70 evangelische Waisen unterzubringen – darunter Marlies Wienkötter. Sie blieb jedoch nicht lange in Bredenscheid, sondern kommt 1942 als Pflegekind zu Hanni und Emil Lause. Das ältere Ehepaar lebt in einer kleinen Etagenwohnung an der Bahnhofstraße 32. Am 4. August 1947 adoptierte das Paar die Siebenjährige.

Marie-Luise Marjan und Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr, im Museum Bügeleisenhaus. Fürs gemeinsame Foto wurde der Mundschutz kurz abgenommen. Foto: privat

Marie-Luise Marjan und Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr, im Museum Bügeleisenhaus. Fürs gemeinsame Foto wurde der Mundschutz kurz abgenommen. Foto: privat

Nach vier Grundschuljahren an der der Heggerfeldschule wechselt Marlies Lause an das neusprachliche Mädchengymnasium an der Bismarckstraße. Schon in der 5. Klasse wird ihr Musiklehrer Otto Daube auf das Bühnentalent der damals Zwölfjährigen aufmerksam. Bei einer Aufführung der 1948 von Daube gegründeten „Hattinger Singschule“, der späteren Musikschule, ist am 9. Mai 1953 die Hexe in Engelbert Humperdincks Märchenoper von „Hänsel und Gretel“ ihre erste Bühnenrolle.

Aus der Praxis auf die Bühne

1956 verlässt Marlies Lause das Gymnasium mit der Mittleren Reife und erwirbt ihr Diplom als Sprechstundenhilfe in der Praxis Dr. Hermannspahn – orientiert sich jedoch nach zwei Praxisjahren beruflich um: Auf Vermittlung des in Hattingen aufgewachsenen Schauspielers Ernst-August Schepmann absolviert sie ab 1958 bei Professor Eduard Marks die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Von 1960 bis 1982 ist Marie-Luise Marjan, so ihr Künstlername, durchgehend an großen Schauspiel-häusern engagiert: Komödie Basel, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Bühnen der Stadt Bonn, Schau-spielhaus Bochum, Freie Volksbühne Berlin und Thalia Theater Hamburg. Zudem absolviert sie Lee-Strasberg-Seminare in Hollywood, Paris und Hamburg.

Marie-Luise Marjan und die Lindenstraße im Museum Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Marie-Luise Marjan und die Lindenstraße im Museum Bügeleisenhaus. Foto: LRF/HAT

Als Autorin und Herausgeberin hat Marie-Luise Marjan zahlreiche Bücher veröffentlicht, unter anderem im Jahr 2000 ihre Autobiografie „Denk jetzt nicht, du kannst schon alles“ und 2015 „Ganz unerwartet anders. Ich suchte meinen Vater und fand eine Großfamilie“.

Vielfach ausgezeichnet

Für ihr schauspielerisches Wirken, aber auch für ihr großes soziales Engagement, wurde Marie-Luise Marjan mehrfach ausgezeichnet:

  • Bambi (1989)
  • Tele-Star (1994)
  • Goldene Kamera (1998)
  • Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998)
  • Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2010)
  • Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2014)

Marie-Luise Marjan lebt in Köln und besucht noch immer regelmäßig und gerne Hattingen. Am Sonntag, 9. August 2020, feiert sie hier auch ihren 80. Geburtstag mit Freunden, der Familie und Weggefährten ihrer bewegten Karriere.

 

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