Bye bye Plastiktüte! Das Ende des Studentenkühlschranks

Bye, bye: Die Ära der Plastiktüte geht zu Ende. Seit fast 60 Jahren gibt es die bunt bedruckte Tüte aus Polyethylen, die als beliebte Werbefläche seit der Wirtschaftswunderzeit zum unbeschwerten Einkaufsglück beitrug.

Nun hat sie ausgedient und ist museumsreif! Und weil es anlässlich des 37. Westfälischen Hansetages im Jahr 2020 im Museum Bügeleisenhaus um das Thema Handel geht, setzt der Heimatverein dem „Studentenkühlschrank“ mit einer partizipativen Sonderausstellung ein Denkmal.

Abfall oder Kulturgut?

Die Plastiktüte verursacht riesige Müllberge und ist aktuell Inbegriff der Wegwerfgesellschaft. Aber ist sie wirklich nur Abfall – oder schon Kulturgut? Mit der Gründung von Selbstbedienungsläden und Supermärkten verdrängten haltbare Plastikverpackungen die gute, alten Papierhüllen. Das erste Plastiktütenpatent wurde 1960 angemeldet, 1961 die ersten serienmäßig hergestellten Plastiktüten (Plastebeutel im Sprachgebrauch der DDR) in der Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses in Neuss ausgegeben – die so genannten Hemdchen-Tragetaschen, die an Unterhemden erinnerten.

Doppelkrafttragetasche

In Deutschland konnte sich der Typ nie richtig durchsetzen und ab 1965 gab es die so genannte Reiterbandtragetasche, die in Millionenauflagen herauskam und als die erste „richtige“ Tragetasche gilt. Die nächste Plastiktütengeneration entstand 1975: die so genannte DKT, die Doppelkrafttragetasche. Ein faszinierendes Teil, bei dem ein kleines Stückchen Plastik zur Verstärkung im Griffbereich zusätzlich eingeschweißt wird und die Tüte so belastbarer wird.

Und jetzt sind Sie dran!

Haben Sie Plastiktüten daheim, die aus Hattingen und der Umgebung stammen – von Karstadt, Hertie oder M&B? Dann ab damit ins Museum Bügeleisenhaus: Für eine Sonderausstellung im kommenden Jahr sucht der Heimatverein Hattingen/Ruhr noch Plastiktüten von der Ruhr. Kontak: Mail an info@buegeleisenhaus.de oder WhatsApp-Nachricht mit Foto von der Tüte an 0175/4194195.

Linktipp: Kunst an der Tüte

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