Jüdisches Leben in Hattingen

Unsere Kurzübersicht zu jüdischem Leben in Hattingen basiert auf der Recherche von Stadtarchiv Thomas Weiß. Weitere Informationen zum Thema unter Stadtarchiv Hattingen.

21. September 1484
Die Worte „des Joden gude“ in einer Verkaufsurkunde könnten der erste bekannten Hinweis auf Juden in Hattingen sein.

8. Dezember 1498
Landesherr Herzog Johann II. von Kleve-Mark verfügte in seinem „Judenprivileg“ die Vertreibung der jüdischen Familie aus Hattingen, verbietet dauerhaft jegliche zukünftige Wiederansiedlung und untersagt den Juden, in Hattingen ihren Geschäften nachzugehen oder gar ein Handwerk auszuüben.

April/Mai 1809
Erste Wiederansiedlung eines Juden in Hattingen.

1816
Mit einem „Lehrer und Kirchendiener“ lässt sich ein konkreter Hinweis auf jüdische Religionsausübung in Hattingen nachweisen.

1819
Erster Friedhof an der Bismarckstraße.

1824
Im Haus des Schusters Horstmann an der Großen Weilstraße 13 hat die jüdische Gemeinde einen Betsaal angemietet.

1850
Anlage eines Friedhofes in Blankenstein.

1854
Festlegung des Synagogenbezirks Hattingen: Stadt Hattingen, Bürgermeisterei Hattingen, Bürgermeisterei Wattenscheid.

12. April 1864
Einrichtung einer Privatschule.

7. Juni 1871
Grundsteinlegung für das Gemeindezentrum (Synagoge und Schule) an der Bahnhofstraße.

13. September 1872
Festliche Synagogenweihe.

16. Oktober 1893
Einweihung des neuen Friedhofs an der Blankensteiner Straße.

1901
Umwandlung der Privatschule in eine öffentliche Schule.

1905
Schließung des Friedhofes an der Bismarckstraße.

1922
Festgottesdienst anlässlich der 50-Jahrfeier der Synagoge.

8. September 1926
Einweihung des Kriegerehrenmales in der Synagoge.

1. April 1933
Nationalsozialistischer Boykott-Tag gegen Geschäfte jüdischer Eigentümer.

9. März 1933
Erste Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte.

12. April 1933
Die Stadtverwaltung fasst den Beschluss, keine öffentlichen Aufträge an jüdische Geschäfte zu vergeben.

9. November 1938
Zerstörung der Hattinger Synagoge und Plünderung jüdischer Geschäfte und Wohnungen.

14. Dezember 1938
Die Deutsche Bank erwirbt das Grundstück des alten Friedhofes an der Bismarckstraße.

4. März 1939
Die Zeitung „Heimat am Mittag“ verkündet anlässlich des Abriss der zerstörten Synagoge: „Hattingen ist judenfrei“.

26. Juni 1941
Zwangsumsiedlung Hattinger Juden in das „Judenhaus“, die alte Gewehrfabrik an der Ruhr.

April 1942
Alle 24 bei den drei Transporten des Jahres 1942 deportierten Hattinger Juden werden im Osten ermordet.

1956
Der Heimatverein kauft das Haus Haldenplatz 1 von der Jewish Trust Corporation.

1958
Auflassung des Friedhofes Blankenstein.

1981
Letzte Beisetzung auf dem Friedhof an der Blankensteiner Straße.

1988
Ausstellung „500 Jahre jüdisches Leben in Hattingen“.

Juli 1987
Einweihung des „Synagogenplatzes“ mit dem Denkstein „Gegen das Vergessen“ der Hattinger Künstlerin Ulla H´loch-Wiedey.

14. November 2005
Grundsteinlegung für die neue Synagoge der „Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen“ in Bochum.

13. Dezember 2005
Verlegung von 11 Stolpersteinen.

16. Dezember 2007
Einweihung der neuen Synagoge in Bochum.

2013
Das Museum im Bügeleisenhaus zeigt die von Judith Nockemann kuratierte Sonderausstellung „Hattingen hat jüdisches Leben – Religion im Alltag“.

6. Juni 2014
Verlegung von 8 Stolpersteinen.

2018
Das Stadtmuseum Hattingen zeigt die Ausstellung „Form ist Ausdruck meines Lebens – Emmy Roth. Leben und Werk der Hattinger Silberschmiedin und Industriedesignerin“.

2018
Das Museum im Bügeleisenhaus zeigt die Sonderausstellung „Die Cahns. Eine jüdische Familie in Hattingen“.

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